Vielleicht Theologie?

Ob direkt nach dem Abitur oder ein, zwei Jahre später: Irgendwann steht sie an, die Frage, wie es mit dem eigenen Leben weitergehen soll. Hat man sich erst einmal zwischen den Optionen Ausbildung oder Studium entschieden, erscheint die nächste Entscheidung oft noch schwerer. Welche Ausbildung? Welches Studium?

Wir, die Theologiestudierenden der Evangelisch-reformierten Kirche, haben uns auf den unterschiedlichsten Wegen und aus den unterschiedlichsten Gründen für das Theologiestudium entschieden. Nicht immer geht man freudestrahlend zur Uni und nicht immer ist der Weg ein zweifelsfreier, doch die meisten von uns können doch meistens sagen: Theologie studieren ist toll und denselben Farbenreichtum, dieselbe Fülle und dieselbe Existentialität haben wenig andere Studiengänge zu bieten.

Falls Du dir nicht sicher bist, ob das Theologiestudium Dein Studium ist, möchten wir Dir gerne von unseren Wegen erzählen und davon, warum es das tollste Studium der Welt ist.

Wenn wir Dich für das Theologiestudium begeistern können, ist es uns die größte Freude und wir heißen Dich gerne auf dem nächsten Konventstreffen willkommen!


Lisa Jacobs, 11. Semester, Uni Leipzig
„Ich würde gerne Geschichte studieren. Oder Philosophie.
Vielleicht studiere ich ja auch Theologie…
Im Oktober werde ich anfangen Theologie zu studieren.
Jetzt studiere ich seit fünf Jahren Theologie.“
 
Angefangen hat es bei mir sehr unkonventionell. Ich wollte gar nicht Theologie studieren und bin dann eher zufällig und mit Hilfe meiner begeisterungsfähigen und engagierten Religionslehrerin an das Studium geraten.
 
Vor Beginn des Studiums beschlich mich die Angst, dass in meinem Studiengang nur Freaks rumhängen werden. Oder christliche Hardliner.
Das waren wohl meiner größten Befürchtungen als ich mein Studium begann. Um Alte Sprachen oder Prüfungen habe ich mir gar keinen Kopf gemacht.
 
Nachdem ich nun auf fast zehn Semester zurück schauen kann, ist mein Fazit, dass Theologie die beste Entscheidung war. Die Freaks und Hardliner blieben zwar nicht aus, aber die Mehrheit der Theologiestudierenden sind ganz phantastische Menschen oder freundliche Freaks (die Quote hält sich dennoch in Grenzen).
Neben Theologie studiere ich noch einen Master Germanistik und im Vergleich kann ich sagen, dass die Theolog*innen und Lehrenden auf ihrer Art besonders sind.
Der gemeine Theologiestudierende ist eine Mischung aus Herzlichkeit und größter Neugierde für alles, was um ihn oder sie herum passiert.
 
Nun zu den Lehrenden. Diese wirken auf den ersten Blick wie alle anderen. Auf den zweiten Blick auch. Erst beim Studieren und beim Bewältigen von Problemen setzen sie alles und jeden in Bewegung, unterrichten mit Leidenschaft ihr Fach und scheuen nicht den menschlichen Kontakt.
 
Das Studium selbst bietet so eine Vielfalt, dass für jeden und jede etwas dabei ist: von philologischer Arbeit und Übersetzen, über historische Rekonstruktionen und philosophische Fragen, bis hin zur Praxis und Anwendung in verschiedenen Situationen. Dabei kommt die Kreativität nicht zu kurz - egal, ob es um Interpretationen geht, oder um das Erarbeiten von Konzepten. Wenn das Handwerkszeug erstmal erlernt ist, macht die Anwendung eine menge Spaß. Man ist einfach sehr schnell von der Welt des Theologiestudiums begeistert und hat an der Uni die Möglichkeit das Denken zu lernen.